Sonntag, 12. Mai 2013

[R] Rot wie das Meer - Maggie Stiefvater

Maggie Stiefvater
» Rot wie das Meer «

Aus dem Amerikanischen von Sandra Knuffinke, Jessika Komina

1. Auflage 2012
432 Seiten, 15.0 x 22.0 cm
ISBN 978-3-8390-0147-9
Hardcover
18,95 € (D)
19,50 € (A)




(Text - und Bildquelle: Script5




Es ist November und für die Insel Thisby bedeutet das, dass die gefährlichen Wasserpferde wieder aus dem Meer steigen und das Rennen naht, von dessen Opfern das Meer jedes Jahr aufs Neue in die Farbe von Blut gefärbt wird.
Auch Sean Kendrick kann das Skorpio-Rennen kaum erwarten. Doch dieses Mal soll alles anders werden. Denn zum ersten mal in der Geschichte des Rennens will sich eine Frau unter die Teilnehmer mischen: Kate alias Puck, die das Preisgeld dringend benötigt, um für sich und ihre Geschwister das Haus zu retten, welches ihnen von ihren toten Eltern hinterlassen wurde... Aber auch in diesem Jahr fordern Training und Rennen blutige Opfer unter Menschen und Tieren.



"Heute ist der erste Novemver und das bedeutet, heute wird jemand sterben."


Spätestens mit dem zweiten Blick weiß man, dass man ein Buch aus der Feder von Maggie Stiefvater in der Hand hält. Erzählt wird die Geschichte rund um die Insel und das Rennen aus der Sicht von Puck und Sean, deren Kapitel sich wunderbar ergänzen. Während die Kapitel des einen deutlich spannender sind, sind die Kapitel des anderen unglaublich berührend und faszinierend. Der typische Jugendbuch-Kitsch bleibt einem in diesem Buch absolut erspart, wofür ich mehr als Dankbar bin, was nicht heißt, dass die großen Gefühle zu kurz kommen. Subtilität ist das Zauberwort.
Mit viel Liebe und der Gabe einen in die richtige Richtung zu lenken, zwingt die Autorin einen gerade dazu diese Insel, die es einem so leicht macht, sie zu hassen, zu lieben. Und auch bei den gefährlichen Wasserpferden, die mehr Monster als Tier sind, bleibt einem keine andere Wahl als absolute Faszination zu empfinden, weil sie einem die Charakterzüge der Personen so gut erkennen lassen, mit denen man es zu tun hat.
Und eigentlich handelt die Geschichte weder vom einen, noch vom anderen, obwohl sie sich ausschließlich um das Rennen und die Wasserpferde dreht. Viel mehr geht es um das was Menschen brauchen und wollen, was sie nicht brauchen und nicht wollen. Es geht um zwischenmenschliche Beziehungen, um das was man sich selbst zutraut und was einem andere zutrauen... und wie weit das manchmal auseinander zu liegen scheint. Es geht darum wie man etwas lieben kann, was man eigentlich hassen sollte... darum sich selbst kennen zu lernen.
Die Nebencharaktere, von denen es so einige auf der Insel gibt, sind einzigartig und mir war es eine wahre Freude die meisten dieser Personen, ihre Geschichten und Verstrickungen kennen zu lernen, obwohl sich natürlich wieder mal das ein oder andere wirklich groteske Menschenkind darunter befindet. Natürlich hat Maggie Stiefvater auch wieder für einen gewissen Humor gesorgt, ebenso wie für ein Objekt von ungezügelter Wut, welches neben Faszination das Gefühl war, welches ich beim Lesen am meisten verspürt habe. Ende gut, Alles gut? Nein, denn das scheint überhaupt nicht der Stil von Frau Stiefvater zu sein, trotzdem muss keiner Angst vor einem Bad-Ending haben. Wunderschön, aber realistisch ;-)


Ein kurzweiliges Abenteuer aus der Feder von Maggie Stiefvater. Wer es noch nicht gelesen hat, sollte sich unbedingt auf die Insel Thisby entführen lassen, seine Bewohner kennen lernen und das Skorpio-Rennen miterleben. Wer es nicht gerne blutig mag, dem soll gesagt sein, dass es nach den ersten Seiten deutlich weniger wird.



4/5 Sternen, weil ich weiß, dass bei dieser Autorin sicherlich noch ein kleines bisschen mehr gegangen wäre.
Trotzdem: Für alle Fans von Maggie Stiefvater und für die, die es noch werden wollen ist "Rot wie das Meer" ein absolutes Must-Read. Und vergesst das Eisen nicht ;-)



 

Kommentare:

  1. Ich habe gerade gesehen, dass du mir das Buch bei goodreads empfohlen hast und es klingt wirklich nicht schlecht.

    Von Maggie Stiefvater habe ich bisher auch noch nichts gelesen. Vielleicht muss ich das endlich mal ändern :)

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  2. Solltest du :-) Würde dir dann aber zuerst Lamento (und Ballade) empfehlen.
    Lamento war für mich wirklich ein kleines Meisterwerk

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