Freitag, 7. Dezember 2012

[R] Anna im blutroten Kleid - Kendare Blake


KENDARE BLAKE
Anna im blutroten Kleid
Roman

Originaltitel: Anna Dressed in Blood
Originalverlag: Tor Teen
Aus dem Amerikanischen von Jürgen Langowski

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Ab 14 Jahren
Taschenbuch, Broschur, 384 Seiten, 11,8 x 18,7 cm
ISBN: 978-3-453-31419-1
€ 8,99 [D]

Verlag: Heyne

Erscheinungstermin: 12. November 2012



Manche Geister sollte man nicht sich selbst überlassen
Cas Lowood hat eine dunkle Berufung: Er ist ein Geisterjäger. Mit seiner Mutter zieht er quer durchs Land, immer auf der Suche nach den ruhelosen Seelen, die oft schon seit Jahrzehnten die Lebenden in Angst und Schrecken versetzen – bis Cas ihrem Treiben ein Ende bereitet. In einer Kleinstadt in Ontario wartet die berüchtigte Anna im blutroten Kleid auf ihn, eine lokale Berühmtheit, deren Leben in den 50er-Jahren ein grausames Ende fand. Seitdem bringt sie jeden um, der es wagt, das verlassene viktorianische Anwesen zu betreten, das einst ihr Zuhause war. Doch bei Cas macht die schöne Tote eine Ausnahme …

(Text- und Bildquelle: Randomhouse-Heyne)








Die Pomade im Haar ist ein todsicherer Hinweis, und das ist hier nicht als Wortspiel gemeint.






Der Schreibstil und die Vorfreude auf Anna nahmen mich sofort gefangen, leider dauert es einige Seiten lang bis man Anna tatsächlich kennen lernt. Trotzdem haben sich Spannung und Lesefreude sofort eingestellt.

Protagonist Cas macht gerade am Anfang eine Menge Spaß und versüßt einem den etwas trägen Einstieg in die Geschichte von Anna, die in Person noch ein bisschen auf sich warten lässt.

Immerhin kann man den jungen Geisterjäger vor seinem Zusammentreffen mit dem blutigen Mädchen schon mal in Action erleben, und sich an seinen trockenen Humor gewöhnen. Allerdings lässt der Charakter von Geisterjäger Cas nach ca. der Hälfte des Buches nach und gerät gehörig ins wackeln, wobei leider gerade die Dinge verloren gehen, die Cas für mich zu Cas gemacht haben. Ich glaube das Buch wäre auch sehr gut ohne die, für mich fehlgeschlagene, Charakterentwicklung von Cas ausgekommen.

Dann kommt Anna.

Und Anna ist wirklich einzigartig. Ein gleichermaßen fantastischer und schockierender Charakter, in den ich mich sehr schnell verliebt habe. Anna ist einfach großartig, eine Gradwanderung zwischen Wahnsinn und Verzweiflung, eine unglaubliche Mischung aus roher Gewalt und zartem Wesen.

Etwas ganz besonderes war für mich Annas Geschichte, deren tragische Details lange zurück gehalten werden, einen aber mitten ins Herz trifft, wenn man es zulässt. Besonders bemerkenswert: Anna und ihre Geschichte können eine ganze Palette von Gefühlen herauf beschwören, aber man wird als Leser nicht dazu genötigt Mitleid zu empfinden, eher wird man davon abgehalten, was toll ist, weil Anna kein Mitleid braucht.

Die Mutter von Cas ist in meinen Augen ein gelungener Nebencharakter, der nicht zu aufdringlich wurde, aber trotzdem eine interessante und abwechslungsreiche Person war, der ich immer wieder gerne begegnet bin.

Die Freundschaften die der sonst so verschlossene Geisterjäger während seiner Mission aufbaut, waren für mich eher nebensächlich, obwohl sie einen recht großen Anteil im Buch für sich beanspruchen. Mir war es deutlich zu viel. Das ganze wird von der Autorin sehr gut genutzt, um die Geschichte von Cas zu erzählen, die mich aber im Gegensatz zu Annas Geschichte nicht wirklich interessiert hat.

Das Ende hat mich wirklich schockiert, allerdings habe ich zu spät gemerkt, dass bereits eine Fortsetzung für dieses Buch geplant ist. Unter diesen Umständen kann ich das Ende abnicken. Trotzdem hätte ich mir für Anna etwas anderes gewünscht, etwas friedvolleres, ruhigeres, denn am Ende knallt es ganz gewaltig, und Anna wird mit dem Knall leider zu einem Werkzeug in der Geschichte von Cas degradiert.





Die Geschichte von Cas war dem außergewöhnlichen Charakter von Anna leider nicht gewachsen und für einen dezenten, schmückenden Rahmen einfach zu mächtig.
3 Sterne für ein Buch, das sich leider nicht mit seiner Protagonistin messen kann.


Wer neugierig auf Anna ist, sollte das Buch aber dennoch lesen ;-)




Kommentare:

  1. So ziemlich genau dieselbe Meinung, die Kay auch hatte :-)
    Vor allem muss es ja so toll angefangen haben!!! Echt schade :-(

    Glg
    Steffi

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    1. Ja, total schade... Aber Anna ist es wert, auch wenn man sie hätte besser in Szene setzen können ;-)

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  2. Och menno... :D
    Dann nehme ich wieder mal ein Buch vom Wunschzettel ;)

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    1. Überlegs dir nochmal ;-) Anna ist es wert ;-)

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    2. Ich warte mal ab, ob ich es zu Weihnachten geschenkt kriege... :D

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