Freitag, 23. November 2012

[R] Wir beide, irgendwann - Jay Asher und Carolyn Mackler

Originaltitel: The Future of Us
Originalverlag: Penguin / Razorbill US
Aus dem Amerikanischen von Knut Krüger

DEUTSCHE ERSTAUSGABE
Ab 12 Jahren
Gebundenes Buch mit Schutzumschlag, 400 Seiten,13,5 x 21,5 cm
ISBN: 978-3-570-16151-7
€ 17,99 [D]

Verlag: cbt








(Bild- und Textquelle: Randomhouse)



1996  Emma ist 16 Jahre alt, wohnt bei ihrer Mutter und deren Freund, hat diverse Teenie-Probleme und seit neustem einen Computer - Ein Geschenk ihres Vaters.  Dann entdeckt sie eine Seite mit dem Namen Facebook. Was sie dort vorfindet halten sie und ihr bester Freund Josh zunächst für einen merkwürdigen Scherz, doch spätestens als Emma ein paar Fotos entdeckt, die sich auf einem Film befinden, den sie noch gar nicht hat entwickeln lassen, weiß sie, dass sie die Zukunft in 15 Jahren vor Augen hat. Und zwar nicht nur ihre eigene. Was Emma in ihrer Zukunft sieht, gefällt ihr allerdings gar nicht. So beginnt sie die Zukunft durch die Gegenwart zu verändern. 


Ich kann heute nicht mit Graham Schluss machen, obwohl ich meinen Freunden angekündigt habe, dass ich es bei nächster Gelegenheit tun würde.




Das Buch ist sehr übersichtlich gestaltet. Die Einteilung fängt mit Tagen an, sodass man immer weiß, an welchem Tag in der Woche sich die Geschichte gerade abspielt. Außerdem sorgen 65 Kapitel, die abwechselnd aus der Sicht von Emma und Josh geschrieben sind, für einen guten Überblick. Aber das ist noch nicht alles. Auch innerhalb der Kapitel wird man als Leser mit kleinen blauen Pfeilen darüber informiert, dass ein Szenenwechsel statt findet. Ich persönlich habe das als sehr hilfreich empfunden, sonst wäre ich doch das ein oder andere mal verwirrt gewesen. Aber das blieb durch diese hervorragende Strukturierung aus.  Auch die Einträge auf Facebook, sowie später kleine Briefchen sind auf ganz besondere Art und Weise in das Buch eingearbeitet. Schlussendlich muss ich sagen, dass ich mir etwas mehr Facebook-Aktion gewünscht hätte, aber wahrscheinlich hätten einen mehr Einträge aus Facebook auch erschlagen. Das Buch wirkt durch seine Gliederung und farblichen Auflockerungen sehr harmonisch und überhaupt nicht überfüllt, was eine meiner größten Befürchtungen war. 
Der Leser begleitet Josh und Emma von Sonntag bis Freitag und bekommt während dieser Zeit einiges aus dem Leben der beiden Teenager mit, besonders aus dem Leben von Emma, die so einige Probleme mit ihren getrennt lebenden Eltern und dem männlichen Geschlecht hat. Auch mit ihrem eigentlich besten Freund Josh läuft nicht alles so Rund, wie es laufen könnte. Aber Emma hat nicht nur Probleme in der Gegenwart, sondern auch in der Zukunft, wie sie feststellen muss. Und so beginnt Emma mit Handlungen in der Gegenwart ihre Zukunft zu ändern, die sich aber einfach nicht zu ihrer Zufriedenheit ändern lässt. 
Josh ist zwar froh, dass sich seine Beziehung zu Emma wieder verbessert, aber mindestens genauso froh ist er auch über seine Zukunft, die er auf Facebook zu sehen bekommt.. Diese ist nämlich besser, als er es sich hätte jemals erträumen lassen. Deswegen tut er auch alles, um diese Zukunft ein bisschen schneller eintreffen zu lassen.
Es ist auf jeden Fall sehr lustig mit anzusehen wie sich kleinere und größere Handlung in der Facebook-Zukunft auswirken, allerdings war mir vieles davon total unverständlich. So ganz konnte mich das nicht überzeugen. Obwohl die beiden viele Spielereien planen, setzen sie davon doch nicht wirklich viel um. Emma hat mich stellenweise mit ihrem Verhalten sehr angenervt, auf der anderen Seite haben sie z.B. die Sorge um ihre beste Freundin extrem sympathisch gemacht.
Der Titel des Buches und die beiden Protagonisten lassen von Anfang an auf die Essenz des Buches schließen. Josh und Emma, irgendwann.  Geendet hat das ganze wirklich sehr süß, aber vollkommen anders als erwartet. Es fehlte einfach etwas. Und das hat sich für mich so durch das ganze Buch gezogen. Es fehlte einfach immer etwas. Ich konnte den leckeren Kuchen schon riechen, aber zu Gesicht bekommen habe ich ihn nicht.
Natürlich gibt es für uns Menschen aus der Zukunft auch einiges zum schmunzeln. Für mich fing das ganze schon mit der Freistunden CD von AOL an. Wer kennt die nicht?  Weiter ging es dann mit Andeutungen über den Pluto, wie z.B. Beileidsbekundungen an den gescheiterten Planeten. Sehr amüsant, als die beiden sich fragen, was wohl mit dem kleinen Planeten geschehen wird. Ob er wohl explodiert ist? Aber auch hier was es mir zu wenig. Zu wenig Anspielungen auf die Zukunft, die in der Gegenwart der beiden falsch gedeutet werden können.  Auch hätte ich mich gerne öfter an meine Kindheit in den 90ern erinnert, nicht nur durch CD's von AOL.




"Wir beide, irgendwann" hat viele tolle Ansätze, ist sehr gut geschrieben und glänzt mit einer ganz besonderen Textgestaltung, die das Buch zu einem echten Schmuckstück macht. Leider schreit alles in diesem Buch nach mehr, was dafür verantwortlich ist, dass bei der Funke einfach nicht überspringen wollte. "Wir beide, irgendwann" ist eindeutig ein Jugendbuch, was sich hauptsächlich mit Teenie-Problemen und Gedanken um die eigene Zukunft beschäftigt. 
Mir war es zu dünn und zu wenig, daher gibt es 3 Herzen für eine großartige Idee, die toll geschrieben wurde, aber ihr Potenzial in meinen Augen einfach nicht ausschöpft.



Kommentare:

  1. Neeeee....das muss ich wirklich nicht lesen :D

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    1. Ja, die Erfahrung war ein wenig unbefriedigend.
      Zum Glück hab ich "Blutsschwestern" direkt ran gehängt ;-)

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