Freitag, 16. November 2012

[R] Göttin des Meeres (Mythica 2) - P.C. Cast





P.C. Cast

Göttin des Meeres
Mythica 2
Roman
Taschenbuch
Preis € (D) 8,99
ISBN: 978-3-596-19383-7





(Bild- und Infoquelle: Fischerverlage)




Christine ist mit einem Militärflugzeug auf dem Weg zu einem Einsatz, als das fliegende Ungetüm bei einem Absturz ins Meer stürzt und die junge Frau mit sich in die Tiefe zieht. Als sie zu etrinken droht, erscheint ihr die Meerjungfrau Prinzessin Undine, die Christine das Leben schenkt, indem sie den Körper mit ihr tauscht.
Doch das Leben im Körper der Meerjungfrau birgt für Christine so viele Risiken, dass die Göttin Gaea ihr zu Hilfe kommt und sie zurück in einen Menschen verwandelt. Allerdings haben die Beine ihren Preis.Alle drei Nächte muss die junge Frau zurück ins Meer, um sich zu verwandeln. Außerdem landet sie in einer Zeit/Welt, die fernab von ihrer eigenen ist. Als junge Schönheit landet sie  in einer mittelalterlichen Welt, die ihr so überhaupt nicht vertraut ist, und in der sie außerdem mit ihrer Sehnsucht zum Meer und dem Meermann Dylan zu kämpfen hat. 


Christine war so mit ihren Einkäufen bepackt, dass sie alle Mühe hatte, ihren Schlüssel aus dem Schloss zu ziehen und die Tür mit dem Fuß hinter sich zuzuschieben.


Dass starke Frauen in den Büchern von P.C. Cast eine große Rolle spielen, ist inzwischen nichts mehr wirklich Neues, aber in "Göttin des Meeres" hat  sich Frau Cast selbst übertroffen, und der Thematik, sich selbst und jeder Frau auf diesem Planeten eine ordentlich glänzende Krone aufgesetzt. Das weibliche Geschlecht wird in diesem Buch geradezu gefeiert - in einer Megaparty fernab von unserer Welt/Zeit.
Nicht nur im Gegensatz zu "Göttin der Liebe", sondern auch für die Verhältnisse von P.C. Cast wirkt "Göttin des Meeres" geradezu unschuldig, was ich allerdings sehr sympathisch finde. Ganz ohne Erotik kommt das Buch natürlich nicht aus, aber das wäre auch sehr schade gewesen und hätte dem Wesen des Buches einfach nicht entsprochen. Die Szenen in denen es etwas heißer her geht, sind wirklich sehr ansprechend geschrieben, und durch die Tatsache, dass es keine Überflutung solcher Passagen gibt, konnte ich mich auch immer auf eben diese Abschnitte freuen. 
 Der Meerfrau/Meermann - Sex war zwar etwas verwirrend und hat meine Vorstellungskraft nicht zu 100% erreicht, aber da wurde dann einfach drüber hinweg gelesen und sich einfach an Liebe und Leidenschaft erfreut. 

Über den stattfindenten Zeitsprung kann mich streiten. Für mich hat das so gepasst. Ein großer Teil des Buches spielt in einer mittelalterlichen Welt, was besonders interessant ist, wenn man bedenkt, das P.C. Cast in diesem Buch die unabhängige Frau feiert. Aus diesen beiden Dingen, die eigentlich so gar nicht zusammen passen, ist für mich eine wirklich schöne und gefühlvolle Geschichte entstanden, die schön von der eigentlichen Liebesgeschichte eingerahmt wurde.

Christine war mir als Protagonistin von Anfang an sehr sympathisch. Eigentlich habe ich mich sogar ein kleines bisschen in diese Frau verliebt. Hallooo? Sie führt in betrunkenem Zustand ernsthafte Gespräche mit ihrem Telefon. So eine Frau muss man einfach lieben.  Aber auch die Art wie sie mit den Menschen einer anderen Zeit umgeht, und sich dabei selbst weiterentwickelt, war ein wirklicher Lesegenuss. Ich mochte einfach ihre Art mit Dingen umzugehen.

Aber eigentlich haben mir alle Charaktere sehr gut gefallen. Nur Sir Andras war mir von Anfang an sehr unsympathisch, und den Abt habe ich einfach nicht verstanden. Dieser Herr war also nicht für Christine ein echtes Ärgernis.  P.C. Cast hat das wohl genau so gesehen und den Abt ordentlich für sein merkwürdiges Wesen bestrafen lassen. 

Auch die Dynamik zwischen Christine und der mittelalterlichen Magd Isabel ist ein echter Gewinn für das Buch. Wie sich das ganze zwischen den beiden entwickeln würde, war mir schnell klar, aber die Beziehung der beiden Frauen zueinander ist schon etwas ganz besonderes - von Anfang an, auch wenn nicht immer alles harmonisch war. 

Dylan war ein bisschen so wie ich mir einen Sir Andras eigentlich vorgestellt hatte. Der romantische Ritter in der Not. Leider sind die Szenen in denen Dylan auftaucht nicht ganz so häufig vertreten, aber das Buch wäre sonst wahrscheinlich auch sehr viel kitschiger geworden.

Besonders gefreut hat mich das Auftauchen von Poseidon. Leider gab es von dem Gott des Meeres nur einen kurzen Auftritt, der in meinen Augen aber voll und ganz gelungen ist. Ich hätte zwar gerne noch ein bisschen mehr vom Vater des Wassers gelesen, bin aber mit seinem Eingreifen in die Handlung mehr als zufrieden. Vielleicht gerade weil er dann Eingegriffen hat, als ich mich wirklich sehr geärgert habe.

Ansonsten lies sich das Buch schnell, gut und flüssig lesen, der Handlung konnte man einfach folgen, weil es dieses mal auch nur einen Handlungsstrang gab.
Besonders gefallen haben mir die Szenen, die im Meer spielen. Die Beschreibungen waren wirklich fantastisch und magisch, sodass man Christines Sehnsucht nach dem Ozean mehr als gut nachvollziehen konnte - Selbst wenn Dylan nicht gewesen wäre ;-)
 Lediglich im Mittelteil hatte ich das Gefühl, dass alles ein wenig vor sich hinplätschert, aber auch das hat sich ganz schnell wieder gelegt.  Mit dem Ende war ich in zweierlei Hinsicht überhaupt nicht glücklich. Typisch P.C. Cast gibt es wieder einen ausgedehnten Moment zum Luft anhalten, bevor man dann wieder zufrieden durchatmen kann. Aber mit dem tatsächlichen Ende bin ich überhaupt nicht einverstanden. 1. war es mir viel zu nah am Ende von "Göttin der Liebe". Da hätte ich mir einfach etwas anderes gewünscht, und 2. wirkte die Umsetzung davon, im Gegensatz zum Rest des Buches, etwas sehr unbeholfen. Aber man kann ja nicht alles haben.


"Göttin des Meeres" hat wirklich sehr viel Spaß gemacht. Obwohl das Buch hier in Deutschland als Band 2 der Reihe erschienen ist, muss man diese Reihenfolge nicht einhalten.
 Als ein absolutes Must-Read würde ich das Buch nicht betiteln, aber wer romantische Fantasy mit einer Portion Erotik mag, sollte an diesem Buch nicht vorbei gehen, und Fans von P.C. Cast sowieso nicht ;-)


4/5 Sterne für dieses bezaubernde Werk voller weiblicher Magie.








Kommentare:

  1. Mit dem Meermann-Sex hatte ich auch Vorstellungsprobleme :-D

    Sehr schön geschrieben! Ich war wieder mitten im Buch :-)

    Ich mochte Dylan auch. Und die Poseidon Szene war wirklich toll. Mich hat wie gesagt der Zeitsprung etwas verwirrt, vielleicht auch, weil ich nicht damit gerechnet hatte. Aber ich liebe p.C. Cast - ihr Schreibstil ist so locker und flüssig, macht einfach Spaß zu lesen.

    Sollte mich mal wirklich an Band 3 machen... Viel zu schade dass es subt :-(

    Glg
    Steffi

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  2. Schön, dass nicht nur ich meine Probleme damit hatte ;-)

    Ja, solltest du ;-) Ich werde mir Band 3 auch demnächst besorgen. Für Zwischendurch ist das genau das Richtige ;-)

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