Samstag, 28. Juli 2012

[R] Sommertöchter

Sommertöchter von Lisa-Maria Seydlitz 

 208 Seiten / Hardcover / 18,99 € [D]







Juno bekommt einen anonymen Brief mit einem Foto und mysteriösen Zeilen, die sie auf ihr Erbe in Frankreich hinweisen. Obwohl ihre Mutter zu wissen scheint, was es mit dem Haus in der Bretagne auf sich hat, verliert sie kein Wort darüber. So beschließt Juno selbst nach Frankreich zu fahren, um mehr über die Fischerhütte und den Brief zu erfahren. Aber wie es scheint ist Juno nicht die einzige, die etwas mit diesem Haus zu tun hat. Die quirlige Julie hat sich für den Sommer bereits dort eingenistet...

Junos Reise führt sie nicht nur in die weit entfernte Bretagne, sondern auch in ihre eigene Vergangenheit und zu einem Familiengeheimnis, welches nur auf die junge Frau aus Deutschland gewartet zu haben scheint.

1. Satz

 "MEIN VATER SOLL HEUTE zurückkommen"



"Sommertöchter" wird zu verschiedenen Zeiten aus Junos Sicht erzählt. Abwechselnd nimmt sie uns mit in ihre Kindheit und auf ihre Reise nach Frankreich. Die Zeitsprünge können gerade am Anfang etwas verwirrend sein, aber die Autorin versteht es die richtigen Informationen zum richtigen Zeitpunkt parat zu halten, damit das Lesevergnügen gleichbleibend angenehm bleibt. Die einzelnen Kapitel tragen keine Überschriften etc., sie werden lediglich durch die komplette Großschreibung der ersten Worte eingeleitet. Außerdem umfassen sie selten mehr als 3-5 Seiten und bieten somit die Abwechslung, die ein Buch benötigt, wenn es ohne all zu große Spannung auskommen möchte. Denn wer bei "Sommertöchter" Spannung erwartet liegt falsch. Es handelt sich um eine weiche Geschichte, unter deren Oberfläche Tragik, Trost und zwei junge Frauen stecken, deren Geschichte ans Herz geht. Und zwar sehr subtil und wunderschön. Lisa-Maria Seydlitz verzichtet auf Kitsch, ohne dabei die großen Gefühle zu vernachlässigen. Diese schimmern sanft unter der Oberfläche hervor, dominieren das Buch aber nicht durch Aufdringlichkeit. Zu den Personen lässt sich eigentlich gar nicht so sehr viel sagen. Sie unterstützen die Geschichte ganz hervorragend, sind aber nichts besonderes, was sie auch nicht sein müssen, da die Geschichte und ihre Umsetzung das bereits erledigen.

Mit dem Ende fühlte ich mich zunächst etwas hilflos zurück gelassen, was sich nach den ersten Augenblicken aber gelegt hat. Das Ende ist, wie das ganze Buch, schlicht, zart, auf den Punkt.

"Sommertöchter" kann man nicht nur im Sommer lesen, sondern auch an dunklen Tagen, die ein wenig Licht benötigen. Oder vielleicht besonders an solchen Tagen....




4/5

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